Thema Kinesiologie / Neuraltherapie

KINESIOLOGIE

Seit 1995 wende ich in meiner Praxis kinesiologische Testverfahren und bioenergetische Verfahren an.
Eines meiner Arbeitsgebiete im Bereich der angewandten Kinesiologie ist die Neuralkinesiologie.

Diese Methodik ist ein in sich vollständiges Behandlungssystem, das in den letzten Jahren in den USA von Dr. Klingharth und Dr. Louisa Williams in Zusammenarbeit mit führenden Zahnmedizinern, Neurologen, Orthopäden und Chirotherapeuten entwickelt wurde.

Diagnostisch können Störungen des Nervensystems – insbesondere des autonomen Nervensystems – im Körper- und Zahnbereich erfaßt werden. Hilfreich bei der Anwendung dieser Methodik ist meine langjährige Ausbildung zum Neuraltherapeuten bei der Internationalen Gesellschaft für Neuraltherapie nach Huneke e. V., sowie Aus- und Weiterbildung im Bereich der Akupunktur, der Ernährungsheilkunde und der Orthomolekularen Medizin.

Aufgrund dieser differenzierten Diagnostik ist es möglich, verschiedene nebeneinander wirkende krankmachende Einflüsse, die zu einem chronischen Krankheitsbild geführt haben, zu erkennen und entsprechend mit den sich daraus ergebenden notwendigen Therapieverfahren/-schritte zu behandeln.

Die stetig zunehmende Erfahrung und Wissenserweiterung bewirkt, daß in schulmedizinisch “ausbehandelten” sehr komplexen Krankheitsfällen nicht selten eine sehr befriedigende erfolgreiche Behandlung möglich wird. Die Zusammenarbeit mit einem ganzheitlich arbeitenden Zahnarztkollegen ist dabei meist unerläßlich.

Wenn ein bestimmtes Interferenzfeld vermutet oder gefunden ist, wird es mit Lokalanästhetika behandelt. Wir wissen, daß Lokalanästhetika Membranpotentiale in Nervenzellen wiederherstellen. Wegen des lipophilen Charakters von Lokalanästhetika ist die Wirkung für Nervengewebe ziemlich spezifisch.

Experimente von Albert Fleckenstein (Mitentdecker der Natrium-Kalium-Pumpe in der Zellwand und Entdecker des Calcium-Kanals) an der Universität Freiburg haben gezeigt, daß diese Wiederherstellung des Membranpotentials die relativ kurze Einwirkung des Lokalanästhetikums um Tage, Wochen, Monate oder Jahre überdauern kann. Hat eine Nervenmembran ihr elektrisches Potential -80 mV erst einmal dauerhaft verloren und ist somit dauerhaft hypo- oder hyperpolarisiert, so führt Fleckenstein aus, können die Ionenpumpen in der Zellmembran nicht arbeiten.Die Zelle ist nicht nur elektrisch paralysiert, sondern der gesamte Stoffwechsel der Zelle selbst kann nicht einwandfrei funktionieren. Gewisse Abfallprodukte des Zellstoffwechsels können aus dem Zellinneren nicht eliminiert werden und der “Giftmüll” sammelt sich in der Zelle an. Dieser Giftmüll ist verantwortlich für das Fortbestehen des abnormalen Membranpotentials. Stellt man nun das Membranpotential durch die Injektion eines Lokalanästhetikums für nur 30 Minuten oder eine Stunde wieder her, wird die Funktion der Ionenpumpen der Zelle in der Zellwand für diesen Zeitraum wiederhergestellt. Die Zelle nutzt diese Zeit “um eine ausreichende Menge von Giftmüll” zu eliminieren und so, oft dauerhaft, ihre normale Funktion wiederzuerlangen. Dieses Phänomen kann den oft kurativen Effekt der neuraltherapeutischen Injektion erklären.

NEURALTHERAPIE

Die in der Neuraltherapie angewandten Techniken müssen in
– direkte und
– indirekte Techniken unterteilt werden.

Die direkten Techniken befassen sich direkt mit dem Interferenzfeld und beinhalten:

  • Infiltration von Narbengewebe,
  • Injektion in die autonomen Ganglien oder den Epiduralraum,
  • chirurgische Entfernung von Narbengewebe und Extraktion eines jeden Zahnes, der einen Zahnherd darstellt.

Die indirekten Techniken werden als “Segmenttherapie” bezeichnet.
Ein nützlicher Effekt kann dadurch erzielt werden, daß man ein Lokalanästhetikum in die Hautoberfläche oder das Periost desselben neurologischen Segments injiziert, in dem das kranke Organ liegt oder in dem der Patient Schmerzen hat. Somit nutzt man den sog. kuti-viszeralen und den periosteo-viszeralen Reflex. Das damit verbundene neurologische Verständnis dieser Phänomene ist sehr kompliziert. Jedenfalls führt z.B. eine Infiltration der über der Lunge liegenden Haut zu vermehrtem Blutfluß und einer Bronchodilatation innerhalb der Lunge. Dies ist durch arteriographische, thermographische und andere Studien gezeigt worden. Paravertebrale segmentale Injektionen gehören auch in diese Kategorie.

Die Injektion an sensiblen Nervenendigungen und sensiblen Nerven ist eine indirekte Technik, die mit der Segmenttherapie eng verbunden. Sie wird in den USA oft als “RegionaIanästhesie” bezeichnet. Es ist nicht ganz klar, ob die Injektion am sensiblen Nerven als solche zum therapeutischen Effekt führt, oder die Anästhesie des Netzes autonomer Fasern, das jeden sensiblen und motorischen Nerven begleitet.

Sollten Sie noch weitere Fragen haben, stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

Ihr Praxis-Team R. H. Müller